Abenteuer Motorradtourismus: Ein Überlebensführer
Eine Motorradtour mit deiner Reiseenduro hat etwas Magisches (vor allem, wenn es eine BMW GS ist, aber vielleicht sind wir da etwas voreingenommen).
Ob du die entlegensten Winkel der Welt erreichen willst oder einfach für eine kleine Motorradtherapie deine Hausstrecke fährst: Wenn nur du und dein Motorrad abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs seid, ist die Welt in Ordnung.
Bis sie es nicht mehr ist. Auf einer Tour kann so vieles schiefgehen, und Mutter Natur erinnert uns manchmal daran, dass sie das Sagen hat – egal, wie viel Geld wir für unsere glänzende GS ausgegeben haben.
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Reifenpannen, Stürze, Spritmangel, kein Essen, Verletzungen – die Liste möglicher Probleme auf einer Tour ist endlos. Natürlich ist es für viele von uns genau das, was den Spaß ausmacht – es heißt nicht umsonst Abenteuer.
Trotzdem macht es mehr Spaß, sicher nach Hause zu kommen, als die Alternative. Deshalb haben wir hier ein paar Dinge zusammengestellt, die du dabeihaben solltest. So hast du eine echte Überlebenschance, wenn es richtig schlecht läuft.
Wir nennen ihn den Survival Guide für Reiseenduro-Fahrer.
Für das Motorrad
- Schläuche, Flickzeug, Reifenheber – im Grunde alles, um einen platten Reifen zu reparieren. Denn einen Platten wirst du ganz sicher haben.
- Ein Grundset Werkzeug. Klingt selbstverständlich, aber nimm mehr mit als das, was in der kleinen Werkzeugtasche deines Motorrads steckt. Finde die gängigen Schraubengrößen heraus und pack ein oder zwei zusätzliche Stecknüsse ein.
- JB Weld. Epoxidharz geht auch. So gut moderner Motorschutz auch ist, wir schaffen es immer, das Motorrad auf einen scharfen Gegenstand fallen zu lassen, und zwar genau dort, wo kein Motordeckel schützt. Das ist Murphys Gesetz. Manchmal kannst du die Situation retten, indem du einen Gehäusedeckel mit etwas JB Weld oder Epoxidharz flickst und weiterfährst (oder zumindest nach Hause kommst). Manchmal bist du aber wirklich aufgeschmissen.
- Kabelbinder. Müssen wir die Vorzüge von Kabelbindern wirklich noch preisen? Damit lässt sich fast alles reparieren. Und wenn nicht, solltest du auch dabeihaben ...
- Gewebeband. Zusammen mit Kabelbindern das unschlagbare Duo fürs Überleben auf Abenteuertouren.
- Sprit. Nimm eine Gallone extra mit, wenn du weißt, dass es dort, wo du hinfährst, keine Tankstelle gibt. Das ist einfach gesunder Menschenverstand.
- Sicherungsdraht. Für alles, was sich absolut, hundertprozentig nicht lösen darf.
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Für den Fahrer
- Erste-Hilfe-Set. Lass nicht zu, dass kleine Schnitte oder Schürfwunden durch Infektionen zu größeren Problemen werden.
- Erste-Hilfe-Kurs. Kein „Ding“ an sich, aber zu wissen, was zu tun ist, wenn wirklich etwas schiefgeht, kann buchstäblich über Leben und Tod entscheiden.
- Handdesinfektionsmittel. Am Ende einer Tour sind deine Hände eklig. Mach dich ein bisschen sauber.
- Kleidung im Zwiebelprinzip. Temperaturschwankungen gibt es auf Abenteuertouren nur allzu oft. Thermounterwäsche ist Gold wert, wenn es draußen kalt ist. Und auch, wenn du in der Kälte schlafen musst.
- Halstuch. Oder ein anderer Halsschutz wie ein Schlauchtuch oder eine Sturmhaube. Wie wichtig ein warmer, geschützter Hals bei Kälte ist, wird oft unterschätzt. Ob du fährst oder nicht.
- Ersatzsocken. Merinowolle ist eine gute Idee. Trockene Socken wirken Wunder für deine Füße, und Merinosocken regulieren die Temperatur selbst: Sie halten deine Füße bei Kälte warm und bei Hitze kühl.
- Handschuhe. Du bist doch schon einmal mit kalten Händen gefahren, oder? Da merkst du schnell, dass du das nie wieder willst. Innenhandschuhe aus Fleece funktionieren gut, aber schon ein Paar Latexhandschuhe unter deinen Motorradhandschuhen hält einen guten Teil der Kälte von deinen Fingern fern.
Sonstiges
Diese Dinge passen nicht unbedingt in die beiden Kategorien oben, aber sie sind leicht zu verstauen. Sie sind kleine Annehmlichkeiten, die sich immer als nützlich erweisen oder dir ein Gefühl von Zuhause geben, selbst wenn du am anderen Ende der Welt bist.
- Multitool. Vielleicht hast du schon Werkzeug dabei, aber ein Multitool wie ein Leatherman griffbereit zu haben, ist einfach etwas anderes.
- Streichhölzer. Am besten wasserdichte. Oder was auch immer du am liebsten zum Feuermachen nimmst. Feuer war für die ganze Zivilisation eine Notwendigkeit. Und das bleibt es auf allen Abenteuertouren auch in absehbarer Zukunft.
- Ibuprofen. Paracetamol. Tylenol oder Advil. Was du eben bevorzugst. Kann nützlich sein gegen die unvermeidlichen Schmerzen unterwegs. Hoffentlich brauchst du es nur dafür.
- Feuchttücher. Nur weil du weit draußen unterwegs bist, musst du nicht ungepflegt sein. Wisch dich ein bisschen ab und sei vorzeigbar.
- Scharfe Soße, wenn du das magst. Mit das Schönste an Motorradreisen in fremde Länder ist es, mit den Einheimischen das Brot zu teilen. Ein lustiges Spiel: Testet gegenseitig euren Mut, indem ihr die scharfe Soße der anderen probiert. Allerdings machst du dir mit diesem Spiel vielleicht eher Feinde als Freunde. Wähle weise.
- Mittel gegen Sodbrennen. Die brauchst du, um dich nach dem Scharfe-Soße-Spiel zu erholen. Oder, wenn du gewonnen hast, kannst du deinen neuen Freundfeinden etwas davon anbieten.
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Zum Schluss
Das war sie, die komplette Packliste, um deine nächste Tour mit der Reiseenduro zu überstehen. Manches ist absolut unverzichtbar, anderes zugegeben etwas überflüssig.
Was meinst du? Zu viel? Zu wenig? Erzähl uns von deinem Survival-Pack und was du mitnimmst.